Analysen Spektrum
LH-RH TEST (GONADOTROPIN-RELEASING-HORMON TEST)
Laborinterne Kurzbezeichnung:
LH-RH (LH0+LH30+LH60+FSH0+FSH30+FSH60)
Laborinterne Funktionsgruppe:
Funktionstests
Notfallparameter:
Nein (Anforderung werktags 7:00-15:00 Uhr möglich).
Allgemein:
Der Test überprüft die Ansprechbarkeit bzw. die funktionelle Kapazität der Gonadotropin-Sekretion (LH, FSH) auf externe GnRH-Gabe. Der Test ist prinzipiell nur bei niedrigen Gonadotropin-Spiegeln sinnvoll. Außerdem ist der Test unter Medikation von Ovulationshemmern, Substitutionspräparaten und GnRH-Analoga nicht indiziert.
Indikation:
DD des Hypogonadismus bei Frauen und Männern (hypothalamische vs. hypophysäre Ursache therapeutische Konsequenz), DD von Hypophysentumoren (endokrin aktiv vs. endokrin inaktiv), DD niedrig-normaler und pathologisch niedriger Gonadotropine (funktionelle Reserve der Gonadotropinsekretion?), DD der Pubertas tarda und der Pubertas praecox.
Messparameter:
Basale sowie stimulierte LH- und FSH-Konzentrationen im Serum.
Untersuchungsmaterial:
3 Serumröhrchen (rot), keine besondere Behandlung.
Durchführung:
Patient nicht nüchtern. Testdurchführung am Morgen zwischen 08.00 h und 10.00 h. Blutabnahme zur Bestimmung der basalen Gonadotropinkonzentrationen (LH, FSH). Anschließend GnRH i.v.: bei Frauen 25 ug GnRH i.v. (z.B. Relefact LHRH 0.025 mg, 1 Amp.), bei Männern 100 ug GnRH i.v. (z.B. Relefact LHRH 0.1 mg, 1 Amp.), bei Kindern in der Regel 60 ug/m2. Weitere Blutabnahme zur stimulierten LH- und FSH-Konzentration 30 und 60 Minuten nach der Injektion. Kontraindikationen: keine. Anforderung über EDV (unter Bemerkungen Art des Funktionstests angeben), exakte Etikettierung der Probenröhrchen.
Labor:
B&S - Zentrallabor
Bestimmungsmethode:
Siehe Einzelbestimmungen.
Referenzbereich:
Die folgenden Angaben beziehen sich auf den 30 Minuten-Wert. Frauen: in Follikelphase stimuliertes LH > 20 U/l (2-4 faches des Ausgangswertes) und FSH 5-10 U/l, in Ovulationsphase stimuliertes LH > 40 U/l (4-10 faches des Ausgangswertes) und FSH 5-15 U/l, in Lutealphase stimuliertes LH > 30 U/l (3-8 faches des Ausgangswertes) und FSH 5-10 U/l. Männer: stimuliertes LH 2-4 faches des Ausgangswertes und FSH 1.5-3 faches des Ausgangswertes.
Bewertung:
Erniedrigte Stimulierbarkeit: Hypophysenunterfunktion, langbestehende hypothalamische Störung, konstitutionelle Pubertas tarda, Einnahme von Östrogenen, Androgenen und Anabolika. Erhöhte Stimulierbarkeit: Polyzystisches Ovar-Syndrom (überschießende Stimulierbarkeit des LH gegenüber FSH), Klimakterium, primäre Gonadeninsuffizienz (Funktionsversagen von Ovar oder Testes). Der GnRH-Test ist gut geeignet zur Differenzierung zwischen hypothalamisch und hypophysär bedingten Hypogonadismusformen, bei letzteren ist kein LH-/FSH-Anstieg nachweisbar, außerdem zur Unterscheidung zwischen konstitutioneller Entwicklungsverzögerung (LH-/FSH-Anstieg nachweisbar) und hypogonadotropem Hypogonadismus (LH-/FSH-Ansieg nicht nachweisbar) sowie zur Diagnostik von Kindern mit Pubertas präcox, also dem Auftreten sekundärer Geschlechtsmerkmale bei Mädchen vor dem 8. und Jungen vor dem 9. Lebensjahr. Bei Mädchen mit zentral bedingter Pubertas praecox sind die basalen und stimulierten LH-Werte höher als normal, während bei FSH nur die basalen Werte erhöht sind, die stimulierten verhalten sich aber wie bei präpubertären Mädchen.

