B&S Zentrallabor

Seilerstätten Labor GmbH
Seilerstätte 4, 4010 Linz
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RETIKULOZYTEN-PRODUKTIONSINDEX

Laborinterne Kurzbezeichnung:
RPI

Laborinterne Funktionsgruppe:
Hämatologie

Notfallparameter:
Nein (Anforderung werktags 7:00-15:00 Uhr möglich).

Allgemein:
Retikulozyten sind junge, kernlose Erythrozyten, die aber noch über Zellorganellen und resuduale RNA verfügen (Substantia reticulo-granulo-filamentosa). Die Entwicklung eines Retikulozyten vom Normoblasten zum reifen Erythrozyten (Retikulozyten-Reifungszeit) dauert 4 Tage, davon normalerweise 3 Tage im Knochenmark und 1 Tag im peripheren Blut. Retikulozytenzahl und RPI sind wichtige Indikatoren der erythropoetischen Aktivität des Knochenmarks. Bei normaler Erythropoese korrelieren die Retikulozyten direkt mit der Erythropoese-Aktivität. Da bei Anämien aber die Retikulozyten früher ausgeschwemmt werden und sich ihre Reifungszeit in der Peripherie dadurch verlängert (shift) und dadurch länger im peripheren Blut verbleiben, kommt es zu einer Überbestimmung der Retikulozyten. Durch die Berechnung des RPI`s, bei welchem der Hkt und die vom Hkt abhängige Reifungszeit berücksichtigt werden, kann die tatsächliche Aktivität der Erythropoese besser beurteilt werden. Weiters weist eine Erhöhung des Parameters Retikulozyten-IRF (immature Retikulozyten-Fraktion) auf eine Vermehrung von jungen Retikulozyten hin.

Indikation:
Bei einem Hkt <30% ist auf jeden Fall der RPI heranzuziehen, da sonst zu häufig eine Retikulozytose bzw. falsch normale Retikulozyten diagnostiziert werden. Anämie-Differenzierung in hypo-, normo- und Hyperregenerative Formen, Beurteilung der Erythropoese nach Knochenmarktransplantation, bei Verdacht auf Aplasie, Ermittlung der Knochenmarkaktivität bei normozytärer Anämie, z.B. bei Verdacht auf intravasale Hämolyse, Kontrolle der Therapie bei Mangelanämien, z.B. Eisen-, Kupfer-, Vitamin B6-, Vitamin B12- oder Folatmangel.

Messparameter:
Retikulozyten-Produktionsindex (RPI)

Untersuchungsmaterial:
1 EDTA-Röhrchen (violett), keine besondere Behandlung.

Durchführung:
Patient nicht nüchtern. Bei Anforderung von Retikulozyten wird automatisch der RPI-Wert berechnet.

Labor:
B&S - Zentrallabor

Bestimmungsmethode:
Berechnung durch die Formel: (RETI Prozent x Hkt) / (Reifungszeit x 45) Reifungszeit: 1.0 Tage bei Hkt 45 (physiologisch) 1,5 Tage bei Hkt 35 2.0 Tage bei Hkt 25 2.5 Tage bei Hkt 15

Bewertung:
RPI um 1: Bei Patienten ohne Anämie liegt der RPI-Wert normalerweise um 1. Bei Anämie aber spricht ein RPI-Wert <2 für eine inadäquate, hyporegenerative Erythropoese (z.B. Anämie chronischer Erkrankungen, megaloblastäre Anämie, Hypoplasie; bei Chemotherapie finden sich meist RPI-Werte <0.1.). Ein RPI-Wert um 2 spricht für eine adäquate Erythropoese, ein RPI >3 ist Hinweis für eine hyperregenerative Erythropoese wie z.B. bei hämolytischer Anämie. Auf Grund dieser Überschneidungen, kann kein Referenzbereich angegeben werden, weiters sollte der RPI nur bei Anämien beurteilt werden. Unter Erythropoetin-Therapie (einmalige Gabe von 300 U/kg Körpergewicht) kommt es zum ersten messbaren Anstieg der Retikulozyten nach ca. 24 Stunden. Der maximale Anstieg wird nach 3 Tagen erreicht. Die Normalisierung erfolgt nach ca. 8 - 10 Tagen. Dem entsprechend kann der RPI auch als Monitorung einer Therapie verwendet werden.